Besuch im Zoo Hannover

rbecher 26. September 2009

Wenn man so tief in der Lernphase steckt wie ich derzeit (deshalb auch so wenige Lebenszeichen von mir), muss man auch mal einen Tag die Seele baumeln lassen. Deshalb habe ich mich am Montag von meiner Freundin in den Zoo Hannover schleifen lassen und habe es nicht lassen können, meine Kamera mitzunehmen. Herausgekommen sind durchaus ein paar nette Bilder, die ich einfach mal angehängt habe ….

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Unhaltbare Zustände in #Zensursula-Deutschland

rbecher 2. September 2009

via J. Wittkewitz bin ich gerade auf diesen Artikel im Hamburger Abendblatt aufmerksam geworden. Der Titel spricht an sich schon für sich, aber seht selbst:

Kinderpornographie-Ermittler gibt entnervt auf

Er konnte Tausende Täter überführen, doch jetzt wirft Oberstaatsanwalt Peter Vogt das Handtuch. Strafverfahren müssten eingestellt werden, weil Ermittler fehlen, um Kinderpornografie im Internet auszuwerten.

Und das ist nur die Zusammenfassung im Teaser!

Im Artikel selbst wird es konkreter. So ist dieser Oberstaatsanwalt nichts geringeres als der Leiter der Zentralstelle im Kampf gegen Kinderpornographie. Wenn man Ursel und Konsorten glauben dürfte, also sowas wie der letzte oder zumindest vorletzte Pfeiler der zivilisierten Gesellschaft. Denn in so einer leben wir ja. Hier können wir ja so grauenhafte Straftaten wenigstens verfolgen, anders als zum Beispiel in Indien. Frau von der Leyen hatte sich mit dem schwachsinnigen Argument, in Indien zum Beispiel könne man ja nicht gegen KiPo vorgehen, das sei dort ja nicht geächtet, einen Eklat besonderer Güte geleistet.

Man sollte ja nun davon ausgehen, dass dann zumindest bei uns alles nur Menschenmögliche getan werden wird und Ressourcen sondergleichen für saubere und effektive Ermittlungsarbeit bereitgestellt werden …. aber jetzt stellt sich eindrucksvoll heraus, dass das genaue Gegenteil der Fall ist!

In der Aservatenkammer der Zentralstelle liegen noch unausgewertete Materialien teilweise aus 2005 und 2006. Und zwar, weil die Stelle schlicht nicht genug Beamte zugeteilt bekommt, um sie zu bearbeiten.

Das ist nur das letzte Indiz in einer langen Reihe, dass Frau von der Leyen in ihrer Position als “Bundesmutti” ihre Stellung missbraucht, um Lügen unterm Volk zu streuen, und mit reinem Aktionismus Wähler zu fangen. Eine rechtsstaatliche Lösung eines strafrechtlichen Problems sieht anders aus. Und das liegt noch nicht einmal an dem Stichwort Subsidiarität. Um Tausende Täter zu überführen, braucht es offensichtlich nur mehr Ressourcen für ehrliche, echte Polizeiarbeit. Aber vielleicht gibt es ja noch mehr Kinderporno-Liebhaber in der CDU/CSU, die es zu beschützen gilt.

Frau von der Leyen, ich fordere Sie hiermit auf: Treten Sie sofort zurück, solange Sie es noch weitgehend unbeschadet können! Außerdem fordere ich eine öffentliche Entschuldigung dem deutschen Volke gegenüber, dass sie versuchen, es an der Nase herum zu führen.

Ich bin ein deutscher Wähler und ich bin stinkwütend!

Piraten oder Freibeuter?

Neue Erkenntnisse bei Iron-Maiden-Abmahnung

rbecher 29. August 2009

Im Fall des Iron Maiden Fans gibt es neue Erkenntnisse: Der zitierte Musikfachanwalt Thomas Schlegel (aus der Kanzlei Sasse & Partner aus Hamburg) wirft Telepolis Manipulation vor (Bericht bei gulli) und sieht sich bewusst missverstanden. In der Musikwoche stellt er den Sachverhalt so dar, dass das Management, das die Rechte an dem Namen habe, sich nur diese Markenrechte sichern wolle, und vor allem sicherstellen, dass die Marke nicht durch Releases von schlechter Qualität verschlechtert würde.

Stefan Herwig, Chef des deutschenElectro-und-Industrial-Label Dependent (APB, Velvet Acid Christ, Haujobb, mesh, VNV, etc.) zieht nach und will die Musikindustrie als Opfer dargestellt wissen. Als Konsequenz zieht er aus dem Telepolis-Artikel, dass man dann eben Telepolis nicht mehr lesen könne.

Wie soll man es nun halten? Man kann den tp-Artikel sicherlich böswillig so lesen, dass er die “Wahrheit” verschleiert, aber dennoch werden hier wichtige Tatsachen außen vor gelassen: Zum einen ist es glaubhaft, dass die CD/das Bootleg vor 15 Jahren tatsächlich in einem handelsüblichen Elektromarkt erstanden wurde, auch heute trifft man in manchen Plattenläden noch Bootlegs an und die sind heutzutage nicht immer als solche erkennbar. Die Schuld läge hier beim Vertreiber, nicht beim Käufer und nur nach schuldhaften Bekanntwerden auch beim Zwischenhändler. Zum zweiten hat es schon so ein gewisses Geschmäckle, wenn die Musikindustrie oder in diesem Fall ihre gesandten Anwälte je nachdem, welchen Zweck sie gerade verfolgen, mal davon sprechen, dass eine Firma geschädigt wird, mal von einer Band, und mitunter im selben Satz erwähnen, dass sie die Band gar nicht vertreten.

Da muss man sich dann schon mal die Frage stellen “Wer manipuliert hier, liebe Mafia?

Trostloser Wahlkampf als Folgen des “unkritischen Journalismus”?

rbecher 28. August 2009

Man könnte fast aus der Haut fahren: Da ist in vier Wochen Wahlkampf und Deutschland wählt ein neues Parlament, aber abgesehen von den Wahlplakaten herrscht das Sommerloch im Blätterwald. Da ziehen sich Politiker der baldigen neuen schwarz-gelben Regierung ohne Ende hoch an einem lächerlichen Pseudo-Skandal und die SPD lässt sich derart ins Bockshorn jagen, politisch wie medial, dass sie den Kuhhandel mit der CDU/CSU eingegangen ist, Skandal gegen Skandal zu tauschen. Und das alles ohne ein irgendwie geartetes oder erkennbares Gespür, wie das in Wahldeutschland ankommt. 18% wären eigentlich noch viel zu viel bei soviel Dilletantismus.

Der Politikwissenschaftler und Germanist Daniel Leisegang betrachtet nun bei Carta in einem beachtenswerten und lesenswerten Artikel eine andere Seite des unaufgeregtesten Wahlkampfs aller Zeiten: Nicht die Politiker, nein die Journalisten nagen am Baum der Erkenntnis statt seine Früchte zu ernten und kritisch Entwicklungen und vor allem Wahlkampfprogramme zu hinterfragen.

Vor allem stützt sich Leisegang auf die Tatsache, dass die Spitzenpolitiker in ihren Attributierungen sichtlich nur mit Spitzenhandschuhen angefasst werden. Jede Marotte und Eigenheit wird stumpf positiv gedeutet und so wird jegliche Angriffsfläche gleich von vornherein ausgeschaltet. Da es dann natürlich nichts mehr gibt, worüber man sich aufregen kann, regt man sich über den korrekten Umgang mit Dienstvorschriften auf. Ein Thema, dass die geschätzten Wähler noch weitaus weniger interessieren dürfte (wenn man ihnen das Nicht-Vorhandensein der Problematik erst einmal erklärt hat) als die Frage, welche Tageszeitung der Nachbar liest.

Im September steht mal wieder ein Fernseh-KanzlerInnen-Duell an und schon jetzt ist absehbar, dass es nur zwei mögliche Wege gibt:

  1. Entweder verläuft das Duell so langweilig wie der bisherige Wahlkampf, weil beide Katzen um den heißen Brei schleichen. Die CDU-/CSU-Wähler sehen eine “souveräne” (weil nichtssagende) Kanzlerin und wählen sie begeistert, die SPDler wenden sich umso enttäuschter von derselben ab, um sich woanders umzuschauen und machen damit die langfristige Krise der Roten auf dem Wahlzettel so deutlich, dass man sie sogar in der SPD-Parteizentrale bemerkt.
  2. Oder aber die Kanzlerin hat bis zum 13. September lange genug die Schwächen in Steinmeier’s Plan analysiert und redet ihn in Grund und Boden, zerrt Argumente quasi aus dem Nichts herbei und lässt ihrem politischen Gegner damit keine Zeit, sich auf irgendetwas vorzubereiten. Was dagegen spricht? Das Duell ist schon zwei Wochen vor der Wahl. In der Zwischenzeit könnten die Medien genügend recherchieren, um Merkel’s Argumentation zu widersprechen. In Thüringen hat man sich für die Elefantenrunde gleich die Woche der Wahl ausgesucht (mit dem Ergebnis, dass Althaus ziemlich zerrissen wurde). Das Wahl-Ergebnis für die SPD dürfte in diesem Fall nochmal deutlich schlechter ausfallen als in der alternativen Prognose.

So oder so, es bleibt spannend erstmal langweilig bei den (bisher) etablierten Parteien. Umso spannender die Frage, wie die PIRATEN abschneiden werden. Jedoch, bis zum 27. September ist das alles graue Theorie.

Was ist das Herunterladen einer CD gegen das Gründen eines Plattenlabels?

rbecher 26. August 2009

Der Kampf gegen den Verbraucher nimmt immer absurdere Züge an. In letzter Zeit häufen sich offenbar seltsame Briefe von Anwälten an harmlose, private Verkäufer auf Plattformen wie eBay und discogs.
Telepolis berichtet heute über den Fall eines Iron-Maiden-Fans aus Esslingen, der wegen des Weiter-Verkaufs einer (allem Anschein nach) legal erworbenen CD blaue Briefe von einer Anwaltskanzlei erhalten hat. In dieser wird er aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben und sich mal eben finanziell zu Ader zu lassen.
Typisch für Massen-Abmahnschreiben scheinen auch andere Anzeichen zu sein. So datierte die Kanzlei den Brief auf den 13. August, schickte ihn aber frühestens am Samstag abend, dem 15. August in einen Briefkasten, denn er trägt den Poststempel vom Montag, dem 17. August, kam auch prompt am Dienstag an. Frech ist nun unter anderem die Frist, die dem Musikfan zugestanden wird: Bis zum 20. August sollte er eine Unterlassungserklärung abgeben und der Kanzlei 100 € überweisen. Das macht mit 7 Tagen eine bestenfalls notdürftige Frist aus und scheint mir mit der aller Wahrscheinlichkeit nach selbstverschuldeten Verzögerung schon fast an Nötigung zu grenzen. Dem Opfer bloß keine Zeit und keinen Raum zum Überlegen lassen! So oder so erinnert es unangenehm an die Praxis diverser bundesweit bekannt gewordener Abmahnanwälte, von denen in der letzten Zeit auch endlich einige kassiert wurden (Stichwort “Gravenreuth”).
Die juristischen “auf Kante genähten” Winkelzüge könnt ihr in dem Telepolis-Artikel nachlesen, interessant finde ich aber auch den gesellschaftlichen und politischen Aspekt und wie sie sich verändert haben. Hieß es in den 90er Jahren noch, dass man sich ruhig Kasetten kaufen und seine Lieblingsmusik selbst sampeln solle, und mit den Rohlingen lief es erstmal nicht viel anders. Wobei man auch bedenken muss, dass die Musikindustrie von jedem Rohling auch Prozente kriegt als “Entschädigung”, völlig egal, ob ich damit Backups meiner geschäftlichen Daten mache oder Privatkopien anfertige. Und das gilt auch für CD-/DVD-Brenner und galt und gilt auch für Kasettenrecorder.
Um vielleicht doch noch einmal auf die rechtlichen Aspekte zurückzukommen: Welche lizenzrechtlichen Aspekte “unterschreibe” ich denn nun heutzutage, wenn ich ein Produkt kaufe? Und ist das bei Tonträgeraufnahmen und Filmen tatsächlich anders und mit welcher Begründung? Und inwiefern hat sich das tatsächlich geändert in den letzten 15 Jahren? Oder spinnt die Industrie sich nur was zusammen? Der Paradigmenwechsel im Denken kam ja um die Jahrtausendwende, als keine Qualitätsunterschiede mehr merkbar waren beim Kopieren. Aber hat sich das auch auf die Gesetzgebung ausgewirkt?
Mit anderen Worten: Darf ich nicht in “Treu und Glauben” davon ausgehen, dass ein einmal legal erworbenes Produkt mir danach auch gehört, solange nicht irgendwo was steht, dass es nur verliehen wird?
Und wenn sich das Recht da tatsächlich geändert hat, darf trotzdem ein einmal abgeschlossener Vertrag (mit dem Kauf der CD) doch nicht nachträglich einseitig geändert werden oder habe ich da was verpasst?
Ist die Musikmafia inzwischen so am Boden, dass sie juristisch sogar auf die Kunden einschlagen (und sie vertreiben) muss, die erwiesenermaßen CDs kaufen?
Übrigens mein Lieblingszitat aus dem Artikel (von dem Anwalt):
Von einer Statusänderung früher legal verkaufter Tonträger könne man dadurch erfahren, dass man bei großen Online-Anbietern nachsehe, ob die Werke dort weiterhin angeboten würden. Wer jedes Risiko ausschließen wolle, der dürfe allerdings keine gebrauchten CDs verkaufen, sondern müsse sie behalten oder vernichten.
Tut mir ja leid, aber selbst unter meinen knapp 300 CDs befinden sich kleine Raritäten, die es so halt einfach nicht mehr gibt. Oder die nicht mehr produziert werden. Zumal einige halt tatsächlich auch schon 20 Jahre auf dem Buckel haben. Und weil amazon die nicht hat, soll ich daraus schließen, dass sie illegal wären? Ich küre diese Aussage hiermit zur bescheuertsten dieser Woche (und hoffe, dass die nicht so weitergeht).

Der Kampf gegen den Verbraucher nimmt immer absurdere Züge an. In letzter Zeit häufen sich offenbar seltsame Briefe von Anwälten an harmlose, private Verkäufer auf Plattformen wie eBay und discogs.

Telepolis berichtet heute über den Fall eines Iron-Maiden-Fans aus Esslingen, der wegen des Weiter-Verkaufs einer (allem Anschein nach) legal erworbenen CD blaue Briefe von einer Anwaltskanzlei erhalten hat. In dieser wird er aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben und sich mal eben finanziell zu Ader zu lassen.

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Angela Merkel zum Wasauchimmer

rbecher 24. August 2009

Via das Portal zur Wahl der Piratenpartei im Blogformat bin ich in diesem Eintrag auf jenes Kurz-Interview von Angela Merkel gestoßen, welches ursprünglich von der meinVZ/StudiVZ-Wahl-Redaktion geführt wurde. Diese  Kurz-Interviews befassen sich mit Fragen, die Nutzer der Community stellen. Diesmal geht es um die Piratenpartei. Die genaue Frage war wohl

“Ist der neuerliche Erfolg der Piratenpartei ein Grund für Sie, sich mit den Themen Urheberrechtsreform und Schutz der Grundrechte im Internet besonders zu beschäftigen?”

Frau Merkels Antwort seht ihr hier:

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Piratiger Wochenrückblick

rbecher 24. August 2009

Die letzte Woche hat einmal mehr ziemlich verrückt gespielt. Die unerträgliche Leichtigkeit und Oberflächlichkeit des Wahlkampfes wurde breitflächig überschattet von künstlich hochgespielten Schmutzkampagnen und einem Amoklauf/Familiendrama in Schwalmtal (Reaktionen aus der Politik siehe hier: “Regierung will Simulationen verbieten” (Vorsicht, Humor vonnöten!).
Andere Vorfälle wurden in den “klassischen” Medien jedoch schlicht ausgeklammert. Beide befassen sich -einmal mehr- mit unserer derzeitigen Familienministerin Frau von der Leyen.
Zum Einen wäre da die Episode in Sulzbach, bei der diese Fraue eine Art Demagogie betrieben hat in einem Maße, dass mir schlicht übel geworden ist allein vom Anschauen. Bei netzpolitik findet ihr das Transkript der Rede. Um es kurz und schmerzhaft zu machen: Es wird gelogen, gemauschelt und betrogen.
Sie lügt immer noch, was die “Kinderporno-Industrie” angeht. Alle Expertenberichte, die ich bisher gesehen habe, haben gesagt “So eine Industrie gibt es nicht, wir kennen sie nicht”. Einige gehen noch weiter: “und wenn es diese je einmal gab, dann hat das Internet mit seiner ‘Gratiskultur’ sie kaputt gemacht” (Wer hat dazu noch einen Link?). Oder um es anders herum zu formulieren:
Frau von der Leyen ist die Einzige, die öffentlich von so einer Industrie spricht. Korrektur: von so einer angeblichen Industrie spricht. Über diese Lüge wurde schon viel geschrieben, ich werde das nicht noch einmal alles aufrollen.
Sie mauschelt auch immer noch und sagt Halbwahrheiten. Natürlich können wir nicht in andere Länder hineinregieren. Verlangt ja auch niemand. Es gibt schlicht keine Länder mit einem Minimum an Wirtschaftskraft, in denen KiPo nicht verboten und strafbar ist, entweder explizit oder als Abart von Pornographie. Unser lieber Herr Ziercke führt derzeit die Beispiele Iran und China als “Schurkenstaaten” an, in denen nichts gegen KiPo getan werden würde. Warum nur glaube ich das nicht? Vielleicht, weil im Iran Pornographie mit der Todesstrafe belegt ist? Hmmm ….
Sie mauschelt auch immer noch, was die Filter in anderen Ländern angeht. Längst ist wieder und wieder an Hand dieser Listen bewiesen worden, dass
a) ein absolutes Minimum der Einträge (unter einem Prozent!) strafrechtlich relevant sind, und
b) ein Großteil der gesperrten Seiten normale Pornographie, Schwulen-Pornographie, gar keine Pornographie (Stichwort “Zahnarzt in Australien”) oder gar politische Kritik an ebendiesem Gesetz beinhalten.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat Frau von der Leyen diese Berichte entweder gesehen, gelesen oder zumindest davon gehört und ist trotzdem nicht ein einziges Mal auf dieses Argument eingegangen. Jetzt bringt sie es wieder an. Wovon soll ich denn bei dieser Frau ausgehen, wenn nicht von einem bewusst staats-schädigendem und verfassungswidrigen Verhalten? Frau von der Leyen geht später auch namentlich auf den CCC und die Piratenpartei ein. Anders als früher bezichtigt sie uns an der Stelle mal nicht, für Kinderpornographie verantwortlich zu sein. Wow, ich bin begeistert. Aber wie genau steht es eigentlich mit früheren Aussagen, die das mehr oder weniger deutlich suggerierten. Kann man hier schon von einer Strafttat im Sinne des § 130 (1), Satz 2 ausgehen? Juristen vor!
§ 130
Volksverhetzung
(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
(..)
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(Zitat nach http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html)
Nach kurzer Recherche scheint mir eine erfolgreiche Anklage unwahrscheinlich, da Institutionen durch diesen Artikel nicht geschützt sind und zu sehr verallgemeinernde Aussagen scheinbar eher nicht strafbar sind. Als Beispiel fällt mir vor allem die Debatte um die Aussage “Soldaten sind Mörder” ein (Siehe Artikel bei Wikipedia).
Frau von der Leyen betrügt immer noch, wenn sie vorgibt, dass es ihr ja nur um die Kinder gehe, der Rechtsstaat gewahrt bleibe (obwohl: hat sie das je behauptet?). Hier geht es um Bürgerrechte und die Freiheit.
Oder um es anders zu sagen:
Meine Damen und Herren, hier ist der Schlüsselbegriff, auch wenns ungemütlich wird, Verantwortung. Wir werden eines Tages nicht nur gefragt nach dem, was wir getan haben, sondern auch nach dem, was wir vielleicht nicht getan haben. Wo wir gekniffen haben. Wo wir uns geduckt haben, nur weils anstrengend wird. Hier muss man dann auch Farbe bekennen. Hier muss man dann auch Stürme durchstehen. Antoine de Saint-Exupéry, der Vater oder der Autor des “kleinen Prinzen”, hat es eigentlich wunderschön auf den Punkt gebracht. Er hat gesagt: “Mensch sein heißt verantwortlich sein”. Genau das ist es: Mensch sein heißt verantwortlich sein. Wir haben in den vergangenen vier Jahren genau diese Fragen uns immer stellen müssen.
Gerade außerparlamentarisch in einer Zeit, wo wir von Anfang an auf keinem gutem Weg gewesen sind. Wir hätten einen Rechtsstaat gehabt, wenn die Bundesregierung nicht gekommen wäre, ich weiß, wenn das Wörtchen “wenn” nicht wäre, dann hätten wir immer noch einen Rechtsstaat gehabt. Dann kam die weltweite Bekämpfung des Terrorismus, den es so nie gab, wie es uns vorgegaukelt wird, die nicht nur diese Regierung, sondern auch viele andere an den rechten Rand gedrängt hat …
Aber damit wäre ja der Woche noch nicht abgefrühstückt. Da war ja noch die Geschichte in einer friesischen Kita, bei dem nur Lokalpresse zugelassen wurde und die überregionalen Reporter von Spiegel.TV wurden rausgeworfen. Ein Video davon und den entsprechenden Bericht findet man bei SpOn. Und das war es auch schon beinahe. Ich habe eine Weile recherchiert und das einzige andere “klassische” Medium, das die Story aufgenommen hat, war der Kölner Stadtanzeiger. Und ansonsten? Schweigen im Blätterwald. Online, sagst du? Ja, online war der Aufschrei groß! Aber damit kommen wir zu einem der größten Kommunikations-Probleme derzeit: Die Online-Nachrichten kommen nicht bei den Politikern an! Die lassen sich ihren morgendlichen Pressespiegel backen, aber der beinhaltet sicherlich nicht Fefe, da ist nicht netzpolitik dabei und auch nicht Stefan Niggemeier. Und die kritischen Inhalte in den klassischen Medien finden sich häufiger auch nur in den Blogs. Als Beispiel fällt mir da Thomas Knüwer mit seinem Blog beim Handelsblatt ein. Zumal die Zeitungen sowieso derzeit das grundlegende Problem haben, dass die Online- und Offline-Journalisten in der gleichen Redaktion quasi disjunkte Mengen darstellen (Es gibt hoffnungsvolle Ausnahmen, z.B. den Guardian und den Freitag).
Aber selbst mit dieser Spaltung zwischen Online- und Offline-Welt ist es nicht zu erklären, dass sich selbst die betroffene Menge der Journalisten darüber nicht aufregt. Kein Fass wird aufgemacht mit der Diskussion, was denn nun die Pressefreiheit tatsächlich heißt in unserem Land. Dabei ist JETZT die ideale Zeit, um von den Politikern Zugeständnisse einzufordern. Sind die lauten Journalisten denn alle schon mundtot gemacht? Oder werden unsere Zeitungen bedroht? Oder, was vielleicht das schlimmste ist, zensieren sie sich etwa aus Angst schon vor? Ist es das, was unsere paranoide Sicherheits- und Terrorpolitik aus unserem Land macht? Dann muss sie weg!
Um der dauernden und in steigendem Maße unerträglichen Aushöhlung unserer Grundrechte Einhalt zu gebieten, könnt ihr am 27. September ein Zeichen setzen.
Zum Schluss möchte ich gerne noch ein weiteres bekanntes Zitat aufgreifen. Diesmal das eines -wenn auch nicht unumstrittenen- Widerstandskämpfers und es paraphrasieren:
“Als als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte. Denn die Presse wurde nicht reingelassen”

Die letzte Woche hat einmal mehr ziemlich verrückt gespielt. Die unerträgliche Leichtigkeit und Oberflächlichkeit des Wahlkampfes wurde breitflächig überschattet von künstlich hochgespielten Schmutzkampagnen und einem Amoklauf/Familiendrama in Schwalmtal (Reaktionen aus der Politik siehe hier: “Regierung will Simulationen verbieten” (Vorsicht, Humor vonnöten!).

Andere Vorfälle wurden in den “klassischen” Medien jedoch schlicht ausgeklammert. Beide befassen sich -einmal mehr- mit unserer derzeitigen Familienministerin Frau von der Leyen.

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Rückschlüsse nur bedingt möglich

rbecher 19. August 2009

In 39 Tagen wählt Deutschland seine neue Regierung sein neues Parlament und langsam, aber sicher rollt der Wahlkampf auch mit aller Gewalt an. Seit der letzten Bundestagswahl hat sich insbesondere im Internet in seiner Eigenschaft als (sozialem) Netzwerk viel getan. Das studiVZ/meinVZ sind in dieser Zeit aus dem Boden gestampft worden, facebook ist in Deutschland und Deutschland in facebook angekommen und auch Linked.In und wer-kennt-wen hatten einen ganz guten Start. Schon länger dabei, und sich wachsender Beliebtheit erfreuender, ist die Businessplattform Xing (früher OpenBC).

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Regierung will Simulationen verbieten

rbecher 19. August 2009

Berlin/Schwalmtal – Nach dem Amoklauf vom gestrigen Dienstag ließen erste Stimmen aus regierungsnahen Kreisen verlauten, dass man über eine Verschärfung von Computerspielverboten nachdenken müsse. Insbesondere so genannte soziale Simulationen, in denen Umzüge, Lebensräume oder sogar soziale Interaktion simuliert werden, stellen nach Sicht der Kritiker eine reale Bedrohung dar.

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